Absolutely Live


Pee Wee Bluesgang "Absolutely Live" (Sireena Records 19.06.2015) Review bei ragazzi-music.de


Diese einst von der EMI herausgebrachte Live-Platte der PEE WEE BLUESGANG wurde im September 1983 im Hamburger Kultschuppen Logo und am Iserlohner Schillerplatz mitgeschnitten, zeigt die Band von ihrer rohen Seite und wirkt trotz Sampler-Charakter wie aus einem Guss. Die kompakte Performance und die Auswahl der gebotenen Stücke tragen allem voran dazu bei, jetzt haben sich Sireena einer Wiederveröffentlichung mit dickerem Booklet voller Zeitungsschnipsel angenommen, die jeder geschichtsbewusste Bluesrocker mit Ohrenmerk auf Deutschland kennen sollte.Die damalige Quintett-Besetzung zeichnete sich durch ihren unaffektierten Zugang ans Sujet Blues aus, also ganz ohne aufgesetztes Yankee-Gehabe, was man vor allem Sänger Richard Hagel danken darf. Gespielt wird urklassischer Genre-Stoff von slow bis uptempo, aber auch der bis heute für die Gruppe typische Mainstream-Kram, wie es ihn aktuell in dieser Form eigentlich kaum mehr gibt ("Got All The Meaness Back In Me"), weshalb speziell Nostalgiker beim Hören mit den Ohren schlackern - wie gesagt: falls sie die Platte noch nicht kennen.Die kurzgefassten Stücke folgen Schlag auf Schlag und zeugen in ihrer Reihenfolge von ausgeklügelter Set-Dramatik, die auch heute noch als Zeitlos bezeichnet werden darf, ob es sich nun um einen ewig gleichen Boogie wie den "Down-Healed Blues" handelt oder um eine (ausnahmsweise) breit auf zehn Minuten ausgewalzte Ballde der Marke "Boogie On". Kurz gesagt ist "Absolutely Live" nichts weniger als das und vorbehaltlos empfehlenswert, selbst wenn man nicht auf deutschen Bluesrock kann, denn …FAZIT: PEE WEE BLUESGANG sind wohl eine der authentischsten hiesigen Genre-Truppen und bezeugten dies bereits vor über 20 Jahren. Nachhören kann man das hier. [Album bei Amazon kaufen]Andreas Schiffmann (Info)


Pee Wee Bluesgang: Absolutely Live Review bei musikreviews.de

"Absolutely Live" ist ein gutes Beispiel für die Vergänglichkeit von Klangmoden innerhalb der Rockmusik. Aufgenommen im September 1983 im Wohnzimmer der Band, dem Hamburger Logo und im (oder am) Iserlohner Schillerplatz sind die Basisarrangements der ‚alte' Mix aus Blues und Rock'n'Roll im Sound der Achtziger: der Sound der Gitarre, die Art des Gesangs, Schlagzeugeinsatz. Heute benutzt niemand mehr diese Fußmaschinen (oder deren Sounds) aus den Achtzigern, der Gitarrensound scheint denselben Flanger zu durchlaufen, den Frank Zappa in den 1980ern benutzte. Oder Thomas Hesse hatte den gleichen Soundgeschmack wie Urmutter FZ.Das Schlagzeugspiel ist technisch in Ordnung, ohne indes die Vielfalt oder handwerkliche Aktivität zu benutzen, wie es heute (wieder) in Mode ist. Trotzdem geht das Drumming in Ordnung, absolutely. Ebenso die Beiträge aller Mitarbeiter. Sänger Richard Hagel (mit bis auf den Gitarristen zeitgeistiger Frisur, Thomas Hesse trägt das gute alte Langhaar) hat ungemein Stimme und weiß diese einzusetzen. So sind die elektrische Gitarre mit den vielen langen und kurzen Gitarrensoli und sein Gesangsbeitrag der fabelhafte Mittelpunkt der Songs.Die indes ohne die kernige Mitarbeit am stoischen Bass (Heribert Grothe), der zweiten Gitarre und Tasten (Thomas Waßkönig) und Wolfgang "Fox" Schulte am Schlagzeug kaum funktionieren würde."Absolutely Live" ist ein Zeitgeistmoment des Jahres 1983, das heute durchaus noch und wieder zu gefallen weiß. Der Klang der Liveaufnahmen ist gut genießbar und der Sound der Arrangements wirft ein Schmunzeln ins Gesicht. Nur eines will mir nicht so passen: die Pee Wee Bluesgang war die Begleittruppe zu Drafi Deutscher, dem Marmor, Stahl und Eisen-Kollegen aus der Schlagerbranche. Wie passt das?!?


Pee Wee Bluesgang “Absolutely Live” Review bei medien-info.com

Nach dem Intermezzo als Begleitband von Drafi Deutscher (dokumentiert auf der Sireena-CD “Playing Funky – The Lost Album”) besannen sich Richard Hagel (vocals), Thomas Hesse (guitar), Heribert Grothe (bass), Thomas Waßkönig (keyboards) und Wolfgang “Fox” Schulte (drums) 1983 wieder auf ihre eigentlichen Stärke, nämlich kochend-heissen Bluesrock live auf der Bühne zu präsentieren. Das taten sie in dem Jahr zur Genüge.Die Aufnahmen von “Absolutely Live” (September 1983) entstanden im “zweiten Wohnzimmer” der Band, dem Logo in Hamburg sowie bei einem Open Air Spektakel in ihrer Heimatstadt Iserlohn, als die Pee Wee’s auf dem Schillerplatz vor dem Alten Rathaus die sprichwörtliche Sau rausließen. Teile des Repertoires wie “Down Healed Blues” , “Playing Funky” oder “Summer Sun” waren noch aus der Zusammenarbeit mit Drafi bekannt, absolute Knaller waren und ist aber die rund 10minütige Version von “Hey Joe”, die Gitarrero Hesse in Höchstform zeigt. “Absolutely Live” wurde 1984 von der Band selbst herausgebracht, nun folgt die längst fällige Veröffentlichung auf CD bei Sireena Records.Die Pee Wee Bluesgang hat in ihrer langen Geschichte tausende von Auftritten im In- und Ausland absolviert. Die Band wusste nicht nur vor 80.000 Fans in Russland zu begeistern, sondern zeigte ihre musikalische Bandbreite auch bei Konzerten mit dem Philharmonischen Orchester Südwestfalen. Ob Bluesfestival oder Klassikevent, die Peewees ziehen die Menschen in ihren Bann.Was im Jahre 1977 als bluesige Coverband entstand (damals noch mit dem ZOFF-Sänger Reiner Hänsch an Klavier und Mikro), ist heute eine der ältesten und erfolgreichsten deutschen Bluesrockbands überhaupt.



Peewee Bluesgang live in Rhede